Merlin Platz

Sie befinden sich auf dem historischen Platz, der einst Piazza Roma hieß und in der Zeit von 1928 bis 1930 in dem Bereich entstand, in dem sich seit 1627 das jüdische Ghetto befand, das sich einst auf dem Areal zwischen dem Dominikaner-Kloster und dem Stadttor Porta San Bortolo erstreckte. Dieser Platz erhielt im Jahre 1968 den Namen des aus Rovigo stammenden Abgeordneten Umberto Merlin.
Das Eingangsportal, das sich einst in der Via X Luglio befand, wurde, wie auch die Gedenktafel zur Erinnerung an die Errichtung des Ghettos, an den südlichen Zugang des Platzes Piazza Annonaria umgesiedelt.
Der Bereich ist eine gute Stube unter freiem Himmel, die zu einer erholsamen Pause im rings um den Brunnen angelegten Park einlädt.

Jüdisches Ghetto

Im Jahre 1627 schrieben venezianische Anordnungen vor, dass die Juden der Stadt in einem abgeteilten und abgeriegelten Bereich, in dem sich eine eigene Synagoge befindet, leben sollten, sodass die Religion der Christen nicht befleckt wird.
So wurde das weitläufige Areal zwischen dem Dominikaner-Kloster und dem Stadttor Porta San Bortolo die Heimat zahlreicher jüdischer Familien, die tagsüber weiterhin in ihren zum Großteil in der nahen Via Cavour unter den sogenannten Juden-Lauben außerhalb des Ghettos gelegenen Läden arbeiteten und abends in ihre Häuser hinter die von Hütern bewachten Türen zurückkehrten.
Die Synagoge befand sich im Zentrum des Ghettos, wo sie bis ins Jahre 1930, als sie in die Via Corridoni verlegt wurde, geblieben ist. Der ursprüngliche Raum wurde nach dem zweiten Weltkrieg das Atelier des in Rovigo beheimateten Bildhauers Virgilio Milani.
Erst mit dem Einzug der Franzosen im Jahre 1797 hatte die Isolierung der Juden in Rovigo ein Ende und die Gedenktafel über dem Eingangsportal in der Via X Luglio wurde symbolisch mit Meißelhieben zertrümmert.
Von 1926 bis 1930 wurden große Teile des stark heruntergekommenen, baufälligen Ghettos, das die jüdischen Familien längst verlassen hatten, abgerissen und an dessen Stelle wurde der Platz mit dem Namen Piazza Roma angelegt, der dann zu Ehren des aus Rovigo stammenden Senators auf den Namen Piazza Merlin umgetauft wurde. Vom alten Ghetto ist nur noch die alte Gedenktafel übrig, die sich heute auf der der Porta San Bortolo zugewandten Seite des Zugangs zur Piazza Annonaria befindet.

Stadttor San Bortolo

Die Porta San Bortolo ist, neben dem Stadttor Porta Sant’Agostino, das besser erhaltene Zeugnis für die historischen Zufahrtsstraßen der Stadt. Marin Sanudo erinnert daran, dass das Stadttor im Jahre 1483 nach den schweren Beschädigungen, die der Salzkrieg verursacht hatte, restauriert wurde.
Das Tor liegt an dem Platz, der heute den Namen Piazza Merlin trägt, und verbindet so das Stadtzentrum mit dem Stadtteil San Bartolomeo, von dem der Name herrührt.
Ursprünglich überragte ein später im Jahre 1639 aufgestockter Zinnenkranz, von dem noch Spuren zu sehen sind, den Bau. In jenem Jahr ließ der Stadtvogt Vittorio Correr auf dem Turm eine Uhr errichten, die zwei Zifferblätter besaß, die zur Stadt hin und von der Stadt weg blickten.
In der Laube bilden einige Marmorreliefs die Wappen des Dogen Giovanni Mocenigo und des Heerführers und Verwalters des Po-Deltas Giosafat Barbaro nach.
Im 19. Jahrhundert sollte das Stadttor für den Ausbau der Straße abgerissen werden und nur das Eingreifen der Eigentümer des Palazzo Veronese, der außen an dieses Zufahrtstor angebaut ist, verhinderte, dass ein historischer Bau der Stadt verloren ging.

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